Familienpolitik für Kinder UND Karriere

Kitaplätze, FF, Andrea, CanselDie Neuköllner CDU-Bundestagskandidatin Christina Schwarzer analysiert diese Woche in der „Bild“, warum sie ihren Kinderwunsch bisher hinten anstellt. Ich habe dafür Verständnis. Auch heute noch tragen in den meisten Familien die Mütter die Hauptlast der frühkindlichen Erziehung und Betreuung. Mit der Arbeitsbelastung einer Karrierefrau – ob in Politik, Wirtschaft oder Verwaltung – ist das kaum zu vereinbaren.

Dass es auch anders geht, zeigt das Beispiel Frankreichs. Dort verzichtet kaum eine Frau zugunsten der Kinder auf ihren Beruf. Die Französinnen können sich darauf verlassen, dass sie gute bis sehr gute Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder finden, wann immer sie sie brauchen. Sie haben auch kein schlechtes Gewissen dabei, sich auf Tagesmütter, Krippe oder Kita zu verlassen, wenn es nötig ist. Ergebnis: In Frankreich haben auch Karrierefrauen mit 40 Jahren oft drei Kinder – zum Beispiel meine Schwester, die als Psychologin in einem Krankenhaus in der Normandie arbeitet.

Es wird Zeit, dass wir von Frankreich lernen. Wir von der SPD wollen ein genauso dichtes Netz an Betreuungsmöglichkeiten, wie die Franzosen es haben, in gleicher oder sogar noch besserer Qualität. Wenn wir Geld für Familie ausgeben, dann muss es in die Krippen, Kitas und Horte investiert werden. In die Ausbildung von Erziehern und Erzieherinnen. In Ganztagsbetreuung und gesunde Verpflegung. Nur so gelangen Frauen nicht mehr in den Zwiespalt sich zwischen Kindern oder Beruf entscheiden zu müssen. Mehr Investitionen würden die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ermöglichen und zugleich die Bildungschancen aller Kinder verbessern.

Schade, dass das mit der CDU nicht möglich ist. Sie führt lieber ein Betreuungsgeld ein, um Kinder und – in der Regel – Mütter fürs Zuhause bleiben zu bezahlen. Und um Karrierefrauen das Gründen einer Familie noch ein bisschen schwerer zu machen.

Die Jusos haben mit einer kreativen Aktion vor dem Kanzleramt auf die dramatische Familienpolitik der CDU/CSU hingewiesen. Sehen Sie hier.
Zum bundesweiten Aktionstag „Kitas statt Betreuungsgeld“ war ich dazu in Alt-Rudow: