Iftar beim Türkischen Bildungsverein e.V.

IftarAm vergangenen Freitag war ich zum Iftar (Fastenbrechen) des Türkischen Bildungsvereins e.V. in der Reuterstr. 58 eingeladen. Dort kamen die Mitglieder vor meinem Eintreffen zu einer wöchentlich stattfindenden Lesung zusammen. Am Freitag gab mir der Verein die Gelegenheit mich den männlichen Vereinsmitgliedern vorzustellen und ihre Fragen zu den Themen Arbeitsmarkt, Innere Sicherheit und BIldung zu beantworten, während die Frauen im Nebenraum ihr eigenes Fastenbrechen feierten.

Ich habe dargelegt, dass das schwarz-gelbe Betreuungsgeld schädlich ist und wir in Neukölln stattdessen in Bildung investieren müssen. Denn Bildung ist gerade für viele Jugendliche mit Migrationshintergrund der Schlüssel, um nicht in Arbeitslosigkeit zu geraten. Das Geld muss in die Kitas und Ganztagsschulen investiert werden! Nur dort können wir wirklich alle Kinder so fördern, wie sie es brauchen. Erst letzte Woche hat die Senatsverwaltung für Gesundheit eine Studie veröffentlicht, die den Erfolg der Sprachvermittlung in Kitas belegt.

Weitere relevante Themen waren die von der SPD geplante Mietpreis-Bremse, sowie die doppelte Staatsbürgerschaft, die für viele der Vereinsmitglieder auch persönlich eine wichtige Perspektive sein kann.

Auch unbequeme Themen wurden offen diskutiert. Vor allem das Verhalten der Behörden in der NSU-Mordserie erregt die Gemüter. Wie Kenan Kolat, Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland, gestern Abend in den Tagesthemen sagte, haben viele kein Vertrauen mehr in die Sicherheitsorgane des Staates. Es wird für längere Zeit eine Aufgabe sein, das Vertrauen in den Rechtsstaat wiederherzustellen. Der NSU-Prozess in München kann dazu einen wichtigen Beitrag leisten.

Zwei der Anwesenden kritisierten die integrationspolitische Linie von Bezirksbürgermeister Heinz Buschkowsky. Anhand der Beispiele Albert-Schweitzer-Gymnasium, Campus Rütli und Sprachkurse der VHS habe ich den Kritikern entgegengehalten, dass Neukölln gerade wegen Heinz Buschkowsky eine besonders aktive und erfolgreiche Integrationspolitik macht.

Nach der Diskussion wurde es dann Zeit für das Fastenbrechen. Dank an den Türkischen Bildungsverein für die Einladung, die lebhafte und offene Aussprache und das gute Essen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.