Betreuungsgeld setzt folgenschweren Anreiz

Eine Untersuchung des Deutschen Jugendinstituts und der TU Dortmund bestätigt: Das Betreuungsgeld hält insbesondere Kinder aus bildungsfernen Schichten und aus Familien mit Migrationshintergrund von der frühkindlichen Bildung fern. Damit verschärft es die Chancenungleichheit.

Das Betreuungsgeld schafft einen finanziellen Anreiz, staatliche Kinderbetreuungsangebote nicht zu nutzen – vor allem für Familien, deren Kinder von der frühkindlichen Bildung besonders profitieren würden. Vor dem Hintergrund der Untersuchungsergebnisse muss diese Entwicklung gestoppt und das Betreuungsgeld abgeschafft werden.

Ein Viertel der Familien mit Migrationshintergrund, die ihr Kind nicht in einer öffentlichen Einrichtung betreuen lassen wollen, begründen das laut Studie allein mit dem Betreuungsgeld. Aus dem gleichen Grund lehnt mehr als jede zweite Familie ohne Bildungsabschluss oder mit Hauptschulabschluss eine staatliche Kinderbetreuung ab.

Dass überproportional viele Zuwandererfamilien Betreuungsgeld für ihre Kinder beziehen, zeigen auch neueste Zahlen des Statistischen Bundesamtes: 14 Prozent der Betreuungsgeld-Bezieher im erste Quartal 2014 besaßen keine deutsche Staatsbürgerschaft – deren Kinder stellen aber nach der amtlichen Bevölkerungsstatistik an allen unter dreijährigen Kindern nur einen Anteil von 5 Prozent.

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