Jugend und Parlament 2014

Kenneth Joiko, 16-jähriger Schüler aus Neukölln, hat in diesem Jahr auf meine Einladung hin am Planspiel „Jugend und Parlament“ teilgenommen. Hier erzählt er über vier spannende Tage im Bundestag:

Jugend und Parlament 2014Erfahrungsbericht von Kenneth Joiko

Vom 31.Mai 2014 bis zum 3.Juni 2014 fand das diesjährige Planspiel Jugend und Parlament 2014 (JuP) statt. Bei diesem Planspiel werden 315 Jugendliche aus der Bundesrepublik Deutschland nach Berlin eingeladen. Dieses Jahr wurde ich von Dr. Fritz Felgentreu, dem Abgeordneten für meinen Wahlkreis Neukölln, eingeladen an diesem Planspiel teilzunehmen. Vorab habe ich reichlich Informationsmaterial zugesandt bekommen.

Am 31.Mai war es dann soweit. Ich machte mich auf zum Paul-Löbe-Haus (PLH), eine Liegenschaft des Deutschen Bundestags (BT). Vor mir waren schon viele andere JuP-Abgeordnete eingetroffen.Nach circa einer Stunde waren alle Sicherheitsüberprüfungen abgeschlossen und so stand ich in der Eingangshalle des PLH. Am Empfangstresen bekam ich meine Willkommensmappe. In ihr fand ich meine neue Biographie, meinen Hausausweis, sowie drei fiktive Gesetzesentwürfe und den Antrag der Bundesregierung für ein Bundeswehrmandat. Von einer Sekunde auf die andere wurde ich von dem 16 jährigen Schüler Kenneth Joiko zu dem 60 jährigen Paul Richter aus NRW, Vater von drei Kindern und Mitglied der Christlichen Volkspartei (CVP). Neben der CVP gibt es noch die APD (Arbeitnehmerpartei Deutschlands), die ÖSP (Ökologisch Soziale Partei) sowie die PSG (Partei der Sozialen Gerechtigkeit).

Am Abend fanden die ersten Landesgruppen Sitzungen auf der Fraktionsebene des Reichstagsgebäudes (RTG) statt. Die Landesgruppe CVP NRW hatte ihre Landesgruppensitzung in einem der Fraktionsräume der Linksfraktion. Das Planspiel wurde uns sehr ausführlich erklärt. Am späten Abend fuhren wir gemeinsam zum Hotel um dort zu schlafen. Für die nächsten Tage waren sehr viele Landesgruppen-, Fraktions-, Arbeitsgruppen-, Ausschuss- und Plenarsitzungen geplant.

Ich war Mitglied des Verteidigungsausschusses. Beschäftigt hat sich dieser mit einem Bundeswehrmandat. Es waren spannende und sehr kontroverse Ausschusssitzungen im PLH. Die Fraktionssitzungen im RTG waren mit vier bis fünf Stunden teilweise sehr anstrengend. Während einer Fraktionssitzung ist man ab und zu mit seinen Kollegen auf die Terrasse gegangen und hat gemeinsam etwas getrunken. Nebenbei konnte man sich über Abstimmungsverhalten und diverse andere Themen unterhalten. Bei parteiinternen Gesprächen jedoch musste man sehr gezielt auf seine Wortwahl achten, da die Spielpresse des „Adler Kuriers“ immer präsent war. In den Sitzungen beschlossen wir Änderungen, bestimmten Rednerinnen und Redner und führten Debatten über anstehende Tagesordnungspunkte.

Am Montag lud mich Dr. Fritz Felgentreu in sein Büro ein. Ich unterhielt mich dort mit seinen Mitarbeitern über das Thema Auslandseinsätze der Bundeswehr. Anschließend hatte ich ein persönliches Gespräch mit Herrn Felgentreu in seinem Büro.

Am Dienstagvormittag, dem letzten Tag des Planspieles, waren die zweite und dritte Lesung im Plenarsaal. Kurz vor 9:00 Uhr nahmen alle ihre Plätze ein. Um 09:00 Uhr ertönte ein Gong und die Plenarsitzung wurde mit den ersten Worten des Bundestagspräsidenten eröffnet. Es wurden Debatten zu den drei Gesetzesentwürfen, dessen Themen die Fahrerlaubnis, Windenergie und Datenschutz waren, geführt, sowie zu dem Antrag der Bundesregierung zu dem Bundeswehreinsatz. Es war eine heitere Plenardebatte mit vielen kontroversen Standpunkten.

Im Anschluss der Debatte gab es im Plenarsaal eine Podiumsdiskussion mit den Fraktionsvorsitzenden der im Deutschen Bundestag vertretenden Fraktionen. Das Schlusswort sprach Herr Norbert Lammert, der Bundestagspräsident.

Die Zeit bei Jugend und Parlament hat mir sehr viel Spaß gemacht. Sie war aufschlussreich und spannend. Ganz besonders interessant fand ich den Prozess der Gesetzgebung, den ich aktiv miterleben durfte. Ich kann dieses Planspiel jedem empfehlen, der politisch interessiert ist und den Bundestag und die politische Arbeit gerne einmal besser kennenlernen möchte.