Elterngeld Plus – Deutschland auf dem Weg zur Familienarbeitszeit

Im Rahmen einer „Fraktion vor Ort“-Veranstaltung haben Sönke Rix und ich gestern zu einem Informationsabend zur Einführung des Elterngeld Plus eingeladen. Das interessierte Publikum und die Diskutanten wurden durch den Hausherren des Nachbarschaftsheim Neukölln, Herrn Heeb, herzlich begrüßt. Herr Heeb wies darauf hin, dass das Thema Elterngeld Plus sehr gut zum Veranstaltungsort passe, da viele junge Eltern in der Umgebung wohnten.

In seiner Einführung betonte der familienpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sönke Rix, dass bereits das Elterngeld in der Bevölkerung hoch anerkannt sei. Dessen Weiterentwicklung, das Elterngeld Plus, wurde am 07. November im Bundestag ohne Gegenstimmen beschlossen. Rix hob hervor, dass das Elterngeld Plus ein weiterer Beitrag zur finanziellen Sicherheit für Eltern und zur angestrebten Familienarbeitszeit sei.

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Caren Marks, die Parlamentarische Staatssekretärin im Familienministerium, wies im Anschluss darauf hin, dass die deutsche Familienpolitik auf drei Grundsäulen ruhe: Zeit, Infrastruktur und Geld. Insbesondere, so Caren Marks, müsse es in der Familienpolitik „Zeit für ein Miteinander und Zeit für Individualität geben!“ Marks bemerkte: „Jeder zweite Vater sagt, dass er zu wenig Zeit für seine Kinder hat.“ Mit dem neuen Gesetz kommen wir diesem Wunsch entgegen. Unter anderem erhalten Eltern als Bonus vier Elterngeld Plus-Monate, wenn sie parallel zwischen 25 und 30 Wochenstunden arbeiten. „Der Partnerschaftsbonus erleichtert es Vätern etwas weniger und Müttern etwas mehr zu arbeiten“, so Caren Marks. Auch Alleinerziehende werden durch das Elterngeld Plus besser gestellt, da auch ihnen die Partnerschaftsbonusmonate gewährt werden.

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Barbara König, Geschäftsführerin des Zukunftsforum Familie e. V., kommentierte das neue Gesetz und begrüßte insbesondere, dass mit der neuen Elterngeld Plus Regelung, ein früherer Wiedereinstieg der Eltern in den Job belohnt werde. Zudem lobte sie den Partnerschaftsbonus als Einstieg in die Familienarbeitszeit.

Den Ausführungen meiner Vorrednerinnen und meines Vorredners schloss ich mich gerne an, denn auch ich finde, dass das Elterngeld Plus ein sehr guter Beitrag zu einer modernen Familienpolitik ist, in der drei K´s parallel möglich sein müssen: „Kind, Kino und Karriere!“ Zudem leistet das Elterngeld Plus einen weiteren Beitrag dazu, die finanzielle Situation von Familien zu stabilisieren. Ich bin der festen Überzeugung, dass das Elterngeld Plus auch gut für die Wirtschaft ist, denn es liegt auch im Interesse der Unternehmen, junge Leute und insbesondere Eltern zu halten, indem sie ihnen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erleichtern.

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So begrüßte auch Frau Dr. Hartig vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) die Elterngeld Plus Regelung. Sie vertrat die Meinung, dass es gut sei, dass mit dem Elterngeld Plus ein Anreiz gesetzt werde, dass beide Elternteile erwerbstätig seien. Denn wenn ein Elternteil Vollzeit arbeitet und der andere – meist die Mutter – nur einer kurzen Teilzeittätigkeit nachgeht, fehlen den Unternehmen Mütter als Erwerbstätige. In den Worten von Frau Dr. Hartig: „100% + Minijob ist weniger als 80% + 80%.“

In der anschließenden Diskussion mit dem Publikum wurde herausgestellt, dass das Elterngeld Plus mit dem Partnerschaftsbonus Anreize bzw. Boni für Eltern bietet und somit die Wahlmöglichkeiten der Eltern erweitert. Eine Unternehmerin aus Neukölln betonte, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf kein „Weichspülthema“ sei, sondern aus Unternehmersicht ein wichtiges Mittel, um Fachkräfte an ihr Unternehmen zu binden. Dies sei gerade im Hinblick auf den drohenden Fachkräftemangel wichtig. Unternehmen, so Caren Marks, die auch Väter darin bestärken in Elternzeit zu gehen, sollte der „Rücken gestärkt werden“.