Intensiver Austausch zum Thema Sterbehilfe am 22. Januar 2015

„Sterbehilfe in Deutschland: Ist ein Abschied in Würde gesetzlich regelbar?“

Über 90 Neuköllnerinnen und Neuköllner waren am Donnerstag meiner Einladung zu einer Diskussion zum Thema Sterbehilfe in die Alte Dorfschule Rudow gefolgt. Ich hatte den Austausch über dieses brisante Thema gesucht, noch bevor im Bundestag über Gesetzentwürfe beraten und abgestimmt wird. Denn es ist mir wichtig, Expertenwissen genauso wie die vielfältigen Erfahrungen der Bürgerinnen und Bürger zu sammeln, ehe ich meine persönliche Entscheidung während der Abstimmungen im Parlament treffen muss.

Im Zentrum unserer Diskussion stand die Frage, ob die geltende Gesetzeslage es Ärzten und Angehörigen erlaubt, Kranke und Sterbende so zu begleiten, wie diese es sich wünschen. Auf dem Podium berichteten Viola Kennert (Superintendentin des Kirchenkreises Neukölln), Dr. Stefan Sommer (Kardiologe und Mitglied des Ethik-Komitees im Vivantes Klinikum Neukölln) und Ender Cetin (Vorsitzender der Sehitlik Türkische-Islamische Gemeinde Neukölln) über ihren beruflichen und persönlichen Zugang zum Thema und diskutierten die Frage, ob und an welcher Stelle eine gesetzliche Neuregelung wünschenswert wäre.

In der anschließenden offenen Fragerunde berichteten viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehr bewegend von ihren ganz persönlichen Erfahrungen aus Familie und Beruf. Auch ein deutlicher Wunsch an die Politik wurde formuliert: Im Falle einer gesetzlichen Regelung zur Sterbehilfe solle das Recht auf eigenverantwortliches Handeln der Bürgerinnen und Bürger nicht geschwächt werden. Daneben wurde die Schaffung von Rechtssicherheit für Ärztinnen und Ärzte im Hinblick auf einen ärztlich begleiteten Suizid angeregt.