Gemeinsam gegen den Müll – Vor Ort am S-Bahnhof Hermannstraße

Verschmutzte Gleisanlagen im Bereich der S-Bahnhöfe sind für mich wie für viele Neuköllner Fahrgäste ein wiederkehrendes Ärgernis. Denn die Müllberge führen zu einer erheblichen Geruchsbelästigung und zu hygienischen Problemen. Besonders aufgefallen ist mir dies in den letzten Monaten am S-Bahnhof Hermannstraße. Deshalb habe ich das Gespräch mit der DB Netz AG gesucht, die am S-Bahn-Ring für die Reinigung der Gleisanlagen verantwortlich ist, und habe mich an 13. Juni mit dem Leiter Instandhaltung Berlin vor Ort getroffen. Herr Dörschel hat mir das Vorgehen in Sachen Müllbeseitigung wie folgt erklärt: Turnusmäßig werden die Gleisanlagen an der Hermannstraße zweimal jährlich gereinigt. Im Moment läuft eine solche Reinigungsaktion. Diese ist eine erhebliche logistische Herausforderung. Die enge Taktung der Züge auf dem S-Bahn-Ring und auch die komplizierte Zuwegung für den Abtransport des Mülls machen die Reinigungsarbeiten zu einem schwierigen Unterfangen.

Die zunehmende Vermüllung der Gleisanlagen kann allerdings nicht allein durch Reinigungsaktionen verhindert werden. Die Müllberge sind auch Symptom eines gesamtgesellschaftlichen Problems, das unter Einbeziehung aller Akteure gelöst werden muss: Auf der einen Seite sollten sich alle Bürgerinnen und Bürger ihrer Verantwortung für ein sauberes Umfeld wieder stärker bewusst werden. Viel Müll kann von uns allen ganz grundsätzlich vermieden werden. Und wenn doch welcher anfällt, sollten wir darauf achten, ihn entsprechend zu entsorgen. Auf der anderen Seite bedarf es aber auch einer gemeinsamen Strategie von allen Infrastrukturbetreibern an Bahnhöfen und Haltestellen, mit der das Müllproblem nachhaltig angegangen werden kann.

Für das Müllproblem am S-Bahnhof Hermannstraße ist aber auch klar: Zwei Aktionen jährlich reichen nicht aus, um die Bildung von Müllbergen zu verhindern. Ich hoffe, dass es perspektivisch möglich ist, dort häufiger zu reinigen.