Praxistag im Ricam-Hospiz

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Ein Stern für jeden gestorbenen Patienten.

Bei meinem diesjährigen Praxistag habe ich gestern eine Acht-Stunden-Schicht im Ricam-Hospiz in der Delbrückstraße mitgearbeitet. Das Ricam-Hospiz betreut Schwerstkranke mit kurzer Lebenserwartung. Gerade in diesem Jahr war es mir wichtig, auf diesem Gebiet Praxiserfahrungen zu machen: zum einen, weil ich die verdienstvolle Arbeit des Hospizes seit langem kenne und gerne unterstützen möchte, zum anderen, weil ich die Erfahrungen, die ich bei meinem Praxistag im Pflegeheim Haus Britz vor zwei Jahren gemacht habe, vertiefen und erweitern wollte, und schließlich, weil das Thema Tod und Sterben den Bundestag in diesem Jahr mit der neuen überfraktionellen Gesetzgebung über die Suizidhilfe intensiv beschäftigt.

Als Hospitant wurde ich einer erfahrenen Pflegerin, Schwester Inge, anvertraut. Ich hatte Gelegenheit, mit Anleitung bei allen alltäglichen Arbeiten Hand anzulegen. Besonders beeindruckt hat mich im Ricam-Hospiz, wie viel Zeit die Pflegerinnen und Pfleger mit den Bewohnern des Hauses zubringen können. Hier kommen Gespräch und Zuwendung zu ihrem Recht. Es geht um Lebensqualität. Eine meiner Aufgaben war es deshalb auch, einem der Bewohner, dem an Krebs erkrankten Herrn B., einfach einmal eine halbe Stunde Gesellschaft zu leisten, ihm zuzuhören und mich mit ihm auszutauschen.

Den Tag im Ricam-Hospiz habe ich als Bereicherung und wertvolle Horizonterweiterung erlebt. Die Arbeit dort ist anspruchsvoll und emotional, und sie vermittelt zu jedem Zeitpunkt das befriedigende Bewusstsein, etwas Sinnvolles und Wichtiges zu tun. Ich kann verstehen, warum so viele ehrenamtlich Helferinnen und Helfer das Hospiz unterstützen. Dem ganzen Team, besonders meiner geduldigen Mentorin, sei auch hier noch einmal herzlich gedankt!

 

 

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