Mein Theatertipp: „Ultima Ratio“ im Heimathafen Neukölln

160529_Ultima_RatioIm Januar 2016 wurde der Heimathafen Neukölln für seine wertvolle Arbeit mit dem „Theaterpreis des Bundes“ ausgezeichnet. Ein Grund für die Verleihung des Preises ist die Inszenierung des Stückes „Ultima Ratio“ gewesen, das auf einer wahren Begebenheit beruht.

In dem Stück geht es um die bewegende Lebensgeschichte von Aliyah:

„Aliyah ist durch die Sahara gelaufen. 
Aliyah weiß, wie es sich anfühlt, als Nichtschwimmerin das Mittelmeer zu überqueren.
Aliyah hat, im Gegensatz zu so vielen anderen, das rettende Europa erreicht.
Doch in Deutschland wartet sie mit ihrem Mann schon seit über zwei Jahren darauf, einen Asylantrag stellen zu dürfen und lebt in ständiger Angst vor der Abschiebung.“

Dieses Zitat aus der Beschreibung des Stücks zeigt, mit welchen Schwierigkeiten Geflüchtete, die nach Europa kommen, vor und nach ihrer Ankunft zu kämpfen haben. Aliyah und ihr Mann hatten nach unzähligen Rückschlägen Glück und fanden Kirchenasyl in der Neuköllner St. Christophorus Gemeinde. Unter dem Schutz der Gemeinde, bewahrt das Forum Asyl ihnen die Chance auf einen Verbleib in Deutschland.

Im Anschluss an die Vorstellung am vergangenen Wochenende, habe ich mit den Macherinnen des Stücks, einer Vertreterin des Forum Asyl und dem Publikum über unser Asylsystem diskutiert. Dabei habe ich hervorgehoben, dass der Rechtsstaat nicht jedem individuellen Schicksal gerecht werden kann. Deshalb habe ich großen Respekt vor letzten Rückzugsräumen wie dem Kirchenasyl, einer Zuflucht, die älter ist als jeder Staat Europas.