Jugend und Parlament 2016: Bericht über vier spannende Tage als Abgeordnete

Auf Einladung von Dr. Fritz Felgentreu, dem MdB meines Wohnortes Berlin Neukölln, habe ich von Samstag, 04. bis Dienstag, 07. Juni 2016 am Planspiel „Jugend und Parlament“ teilgenommen. 315 Jugendliche im Alter von 16 bis 20 Jahren aus ganz Deutschland durften für vier Tage in die Rolle eines Abgeordneten schlüpfen. In den Räumen des Deutschen Bundestages diskutierten wir in Landesgruppen, Arbeitsgruppen, Ausschüssen, aber natürlich auch im Plenum über vier fiktive Gesetzesinitiativen.

Nun ist auch der letzte Tag von Jugend und Parlament 2016 vorbei und ich muss sagen, dass ich noch nie vier so anstrengende, intensive, aber vor allem auch interessante und lustige Tage erlebt habe. Aus mir, der 18-jährigen Lisa, die gerade in Berlin ihr Abitur macht, wurde die 32-jährige Tabea Mertens, verheiratet mit drei Kindern. Ich bin ein Mitglied der Arbeitnehmer Partei Deutschland (APD) gewesen und da ich im echten Leben auch eine SPD-Anhängerin bin, war es für mich nicht sehr schwer, mich in meine Rolle zu versetzen.

Durch die Themenvielfalt war auch für jeden etwas dabei und da ich, Tabea Mertens, mich durch meine Auslandseinsätze bei der Bundeswehr besonders für die Soldaten einsetzte, war natürlich der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union genau das Richtige für mich. Wir haben uns mit einem Antrag der Bundesregierung zu einer EU-geführten Operation in Sahelien, einer Wüstenregion in Nordafrika, auseinandergesetzt. Das passte natürlich super, da mein Abgeordneter, Herr Felgentreu, ein Mitglied des Verteidigungsausschusses ist und sich selbst mit solchen Themen beschäftigt.

Obwohl ich in Berlin lebe, habe ich mich trotzdem dazu entschieden, im Hostel zu wohnen, da man dort die anderen Teilnehmer besser kennen lernen kann. Außerdem können dort dann auch noch weitere Gespräche und Diskussionen geführt werden und das ohne, dass du die Meinung deiner fiktiven Rolle vertreten musst.

Natürlich wurde aber nicht nur im Hostel debattiert, sondern auch im Bundestag. Viele Diskussionen gab es nicht nur zwischen den Fraktionen, denn auch innerhalb einer Fraktion kam es schon öfter mal zu kleinen Debatten. Es ist aber super interessant zu erfahren, was die Bundestagsabgeordneten eigentlich alles zu tun haben und was man bei seinem Entscheidungsprozess alles berücksichtigen muss.

Alles in Allem gehe ich mit vielen neuen Erfahrungen, neuem Wissen, aber auch neuen Freunden und vor allem Respekt vor der Arbeit jedes Bundestagsabgeordneten aus dem Planspiel nach Hause. Ich danke allen Menschen, die es uns jungen Leuten möglich machen, die Politik so hautnah zu erleben.

Lisa Marks