Diskussionsveranstaltung „Starker Staat – gestärkte Gesellschaft. Herausforderungen der Integration“

Eine wirklich spannende Diskussion hatten wir im Gemeinschaftshaus Gropiusstadt! Wie stellen sich Staat und Gesellschaft den vor uns stehenden Herausforderungen in Sachen Integration? Darüber sprach ich mit meiner Kollegin Eva Högl, mit dem Leiter der Neuköllner Flüchtlingsunterkunft in der Karl-Marx-Straße, Raphael Dütemeyer, mit Martin Lauterbach vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge – BAMF und mit Lars Wendland von der Gewerkschaft der Polizei. Wie diese Aufgaben bei uns in Neukölln konkret angegangen werden, berichtete Bezirksbürgermeisterin Franziska Giffey. Auch das Publikum beteiligte sich rege an unserem Austausch. Vielen Dank für Ihre und eure Beiträge!

Das Facetten-Magazin hat einen sehr interessanten Veranstaltungsbericht über die Beiträge unserer Diskussionsteilnehmer geschrieben. Gucken Sie doch mal rein!

Lars Wendland hat auf unserer Veranstaltung ein von ihm selbst verfasstes, sehr emotionales Gedicht über seine Erfahrungen mit Sea-Watch auf Lesbos vorgetragen:

Mission

Es war der Tag der Tage,
ich stellte mir diese eine Frage?
Was passiert wirklich und ist so schwer,
auf Lesbos und im Mittelmeer?

Viele Menschen in Funk und Fernsehen,
kann ich schwimmen aber auch ertrinken sehen.
Mich packt es und es wird schwer,
doch bei Sea-Watch ist noch ein Platz leer.

Im Januar Ist es dann soweit,
ein Flug in eine ungewisse Zeit.
Angekommen auf Lesbos in Griechenland,
und ich sehe sofort den schönen Strand.

Die Fahrt in den Norden der Insel,
geprägt von Gefühlen ohne zu winseln.
In Molyvos angekommen klopft auch das Herz,
ich weis nicht ob es irgendwann hier schmerzt.

Empfangen von Freunden und Bekannten,
es war schön wie sich alle hier kannten.
Wind und Kälte sind unsere Begleiter auf See,
doch mit entsprechender Ausrüstung Tat es nicht so weh.

Wir fahren täglich raus aufs Meer,
kein Boot geht unter hoffen wir so sehr.
Doch alles was wir hier sehen
nimmt mich mit und es ist nicht zu verstehen.

Menschen trauen sich sehr viel zu,
mit Schlauchbooten fahren Sie auf uns zu.
Mütter, Väter, Kinder können jeden Moment untergehen,
warum kann oder will das nicht jeder verstehen?

Wir retten hier leben,
wir versuchen alles zu geben.
Eine Frau und Kind nah bei uns mit nassen Sachen,
verlieren ihr Leben und wir konnten nichts machen.

Dieser Tag lässt mich nicht mehr los,
gegenseitig brauchten nun Wir den Trost.
Viele weitere Menschen das sind die Tendenzen,
kommen weiter über diese gefährlichen Grenzen.

Wann ist Schluss mit dem unnötigen Sterben,
liegt die Welt wirklich so in Scherben?
Die Zeit war lang und auch kein Vergnügen,
würde ich sie vergessen würde ich lügen.

© Lars Wendland 2016