Gute Nachrichten für Alleinerziehende und ihre Kinder: Bundeskabinett beschließt Reform beim Unterhaltsvorschuss

Die zeitliche Begrenzung für die Zahlung des Unterhaltsvorschusses auf sechs Jahre soll abgeschafft und die Altersgrenze des Kindes von 12 auf 18 Jahre angehoben werden. Darauf hat sich der Bund in der heutigen Kabinettssitzung verständigt. Viele Alleinerziehende sind auf den Unterhaltsvorschuss angewiesen, weil der ehemalige Partner keinen oder keinen ausreichenden Unterhalt für ihre Kinder zahlt.

„Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Armut. Uns ist wichtig, dass die Unterstützung zielgenau da ankommt, wo sie gebraucht wird. Allein in Neukölln haben im Jahr 2015 rund 2.300 Kinder Unterhaltsvorschuss bezogen“, erklärt der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Fritz Felgentreu.

Studien weisen immer wieder darauf hin, dass Alleinerziehende ein besonders hohes Armutsrisiko haben – und das obwohl sie meist erwerbstätig und gut ausgebildet sind. „Das ist nicht hinnehmbar. Alleinerziehende leisten jeden Tag sehr viel“, so Felgentreu.

Die Lage ist besonders schwierig, wenn das Kind keinen oder nicht regelmäßig Unterhalt vom anderen Elternteil erhält oder dieser nicht rechtzeitig gezahlt wird. Mit dem Unterhaltsvorschuss soll Alleinerziehenden in dieser Situation zumindest finanziell unter die Arme gegriffen werden. Der Vorschuss muss dem Staat später von dem unterhaltspflichtigen Elternteil zurückgezahlt werden. Ab kommendem Jahr steht die Leistung dann auch für Kinder bis zum 18. Lebensjahr bereit.

Der Bund rechnet ab 2017 mit Mehrkosten von rund 100 Millionen Euro. Bisher teilten sich Bund und Länder die Kosten im Verhältnis ein Drittel zu zwei Drittel. Wie diese Kosten ab 2017 finanziert werden, wird abschließend noch verhandelt.