Sauberes Trinkwasser für Bangladesch durch Technologie aus Neukölln

Neukölln zeichnet sich durch eine außerordentlich diverse Branchenstruktur aus. Der Bezirk hat sich längst vom traditionellen Industriestandort zu einem kreativen und innovativen Standort für Dienstleistungs- und Technologieunternehmen entwickelt. Angesichts der kaum zu überblickbaren Dichte an Betrieben im Bezirk besuche ich die Unternehmerinnen und Unternehmer gerne vor Ort. Am 28. Februar habe ich die Harbauer GmbH kennengelernt. Anlass für meinen Besuch war die erfreuliche Nachricht, dass das mittelständische Unternehmen für sein Projekt „Arsenfreies Trinkwasser für Schulen und Krankenhäuser“ in Bangladesch“ vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung eine Förderung von knapp 200.000 Euro erhalten hat.

Das Unternehmen versorgt bereits seit 20 Jahren mithilfe von Trinkwasseranlagen in Schulen und sogenannten „Wasserkiosken“ Dorfgemeinschaften im indischen Westbengalen mit sauberem Trinkwasser. Seit Jahrtausenden ist das Grundwasser des Ganges-Deltas, das seit den 1970er Jahren als natürliche Trinkwasserquelle dient, mit Arsen belastet. Von der Kontamination des Wassers und der damit verbundenen gesundheitlichen Gefahr wussten die Inderinnen und Inder jahrzehntelang nichts, denn den giftigen Stoff schmeckt, riecht und sieht man nicht. Infolgedessen kam es vor allem in den 1980er Jahren vermehrt zu regelmäßigen Durchfallbeschwerden bis hin zu tödlichen Haut- und Krebserkrankungen unter den Bewohnern. Als daraufhin ein Professor die Arsenkontamination des Brunnenwassers als Verursacher der Krankheiten feststellte, begann die aufwendige Entwicklung von Technologien zur Entfernung der Schadstoffe aus dem Grundwasser. Die hochinnovativen Wasserspenderanlagen, spenden nicht nur sauberes Trinkwasser, sondern sind zugleich mit Bildschirmen ausgestattet, auf denen Filme zu sehen sind, die die Menschen über die Gefahren des verseuchten Brunnenwassers aufklären. Inzwischen versorgt die Harbauer GmbH in Westbengalen circa 1,5 Mio. Menschen mit sauberem Trinkwasser. In Bangladesch sind die Menschen von ähnlichen Problemen betroffen. Die Gefahr, durch das verseuchte Trinkwasser zu erkranken, ist dort ebenfalls erschreckend hoch. Um auch dort das Gesundheitsrisiko zu minimieren, ist die Harbauer GmbH seit 2016 in Bangladesch tätig. Ich freue mich sehr, dass das Unternehmen für seine großartige Arbeit eine finanzielle Unterstützung erhält!