SPD-Bundesparteitag stimmt für Koalitionsverhandlungen mit der Union

Der SPD-Bundesparteitag hat am Sonntag mit knapper, aber klarer Mehrheit entschieden, dass die SPD Koalitionsverhandlungen mit der Union aufnehmen wird. Die Debatte vor der Entscheidung war konstruktiv, solidarisch und frei – kurzum: gut für unsere Demokratie.

In der Abwägung halte ich die Entscheidung vom Sonntag für richtig. Das Sondierungspapier ist nicht der große Wurf, aber eine den Umständen angemessene Grundlage, um in Koalitionsverhandlungen einzutreten. Ich kenne, verstehe und respektiere die Haltung, dass die SPD nicht in eine erneute Große Koalition gehen darf. Doch wenn ausgerechnet die SPD aus Angst vor dem Regieren zurückschreckt, obwohl sie für viele Menschen Gutes erreichen kann, wer soll ihr dann noch etwas zutrauen? Die SPD hat dieses Land geprägt wie keine andere politische Kraft. Die Partei weiß auch, wie schwer es sein kann, Verantwortung zu übernehmen. Aber sie darf sich deshalb nicht vom Zweifel beherrschen lassen. Sondern von der Entschlossenheit, für die Menschen da zu sein, die sie gewählt haben.

Am Ende entscheiden bei der SPD die Mitglieder. Nach Abschluss der Koalitionsverhandlungen werden die 444.000 Mitglieder der SPD darüber abstimmen können, ob wir in eine erneute Große Koalition gehen.