Zu Besuch in der Werkstatt von Cadus e.V.

Am 6. März habe ich ein spannendes Projekt kennengelernt, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, medizinische Versorgung in Krisengebieten zu leisten. Das Team von CADUS e.V., mit Büro im Rollbergviertel, setzt sich seit 2014 im Norden Syriens und im Nordirak mit einem mobilen Krankenhaus für die Verwundeten in den instabilen und schwer zugänglichen Regionen ein. Wo die Zuständigkeit der etablierten Organisationen nun immer öfter endet, hat es sich die kleine Mannschaft aus Medizinern und ehrenamtlichen Helfern zur Aufgabe gemacht, die Lücke zu schließen.
Bei einem ersten Treffen in der Werkstatt konnte ich Einblicke in die Vorhaben und Ideen des Teams gewinnen. Ebenfalls erhielt ich durch die Berichterstattung der zurückgekehrten Helfer eine neue Perspektive auf die Notwendigkeit von neuen alternativen Hilfsorganisationen. Neben den bestehenden großen Organisationen können sie einen guten zusätzlichen Beitrag leisten, um den Bedarf der humanitären Hilfsstruktur zu schließen.
Die zukünftigen Unternehmungen dieser jungen Menschen sind nur durch Spenden und regelmäßige Einnahmen weiterhin realisierbar. Ich kann nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen meine wärmste Empfehlung aussprechen, dieses Projekt zu unterstützen.

Seit Monaten häufen sich die Meldungen über humanitäre Katastrophen in der Welt. Aleppo, Mossul und Ost-Ghouta sind zum Sinnbild für menschliches Leid der schlimmsten Art und Weise geworden. Nicht nur die vielen Geflüchteten in Deutschland und Europa, sondern auch die Menschen in diesen Krisenregionen sind auf unsere Hilfe angewiesen.

Blockaden und Belagerungen führen zu einem allgemeinen Notstand an Lebensmitteln und Hilfsgütern. Das medizinische Personal ist oft geflohen oder wurde im Einsatz getötet. Viele Organisationen haben sich zurückgezogen und agieren nur noch aus sicherer Entfernung, um das eigene Personal nicht in Lebensgefahr zu bringen.
Diese Reaktion auf die jüngste Entwicklung von Anschlägen auf medizinische Einrichtungen ist verständlich. Trotzdem braucht es gerade in den umkämpften Gebieten umso mehr die Hilfe von Fachkräften, die erste Hilfe leisten.
Es ist gut, das Team von CADUS e.V. in Neukölln zu wissen. Ich freue mich, die weitere Entwicklung des Vereins zu verfolgen und bedanke mich für das sehr interessante und aufschlussreiche Gespräch.