Diskussion mit dem Staatsminister für Europa

Am Abend des 3. April habe ich mich sehr gefreut, den Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, in Neukölln begrüßen zu dürfen. Wir hatten einen sehr lebhaften und spannenden Abend. Mein Praktikant Patrick Teichmann hat hierzu einen Bericht verfasst. Er schreibt:

„Die großen Fragen an und über Europa konnten am Mittwochabend in urigen Atmosphäre der Braustube des Berlin Global Village e.V. auf dem Areal der ehemaligen Kindle-Brauerei diskutiert werden. Bei kleinen Snacks waren hierbei nicht nur Politikprofis „der alten Schule“ – Staatsminister Michael Roth und MdB Dr. Fritz Felgentreu – zugegen, sondern auch die jungen, innovativen Expertinnen Kristin Puschmann und Kerstin Mohr von Polis180. So konnte sich das Publikum über ein breites thematisches Spektrum, angefangen bei der anstehenden Wahl des Europäischen Parlaments über Umweltschutz bis hin zur Sicherheitspolitik, freuen.

Nach einleitenden Worten des Gastgebers, dem Neuköllner Abgeordneten Dr. Fritz Felgentreu, legte Michael Roth nach und hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Errungenschaften der Europäischen Union und appellierte an die Verantwortung eines Jeden am 22. Mai wählen zu gehen. Denn Europa geht uns alle an – und alle tragen ein Stück weit die Verantwortung, durch ihre Stimme die Populisten und Spalter zurückzudrängen. Es gilt wieder ein geeintes, fortschrittliches und vor allem ein „Mehr“ an Europa zu wählen.

Anschließend stellte Kristin Puschmann in einem Impulsvortrag die Arbeit von Polis180 und die innovativen Beteiligungsformen des jungen Thinktanks vor. Dieser arbeitet mit der ehrenamtlichen Beteiligung interessierter Menschen verschiedenster Hintergründe daran, die deutsche und europäische Außenpolitik moderner, sozialer und nachhaltiger zu gestalten. Regelmäßige Veröffentlichungen, Schaffung von integrativen wie bildenden Online-Formaten sind genauso ein Teil ihrer Arbeit, wie persönliche Gespräche mit Entscheidungsträgern in lockerer Atmosphäre, beispielsweise beim gemeinsamen Kochen und Essen. Die im Anschluss folgende Co-Programmbereichsleiterin Klima und Energie, Kerstin Mohr, sparte nicht an Kritik am aktuellen Zustand der Klimarettung durch Deutschland und die EU. So sei trotz der aktuellen „Friday for Future“ Schülerdemonstrationen der Klimawandel nicht ganz oben auf der politischen Agenda – obwohl er als eines der drängendsten Probleme dorthin gehören müsste. Die aktuellen Handlungen und politischen Debatten bleiben nach wie vor den weit hinter den Erwartungen der jungen Generation zurück, welche zuweilen deswegen schlicht frustriert sind. Politiker und Entscheidungsträger sollten sich daher auch gut überlegen, was für eine Welt sie der nächsten Generation hinterlassen wollen.

Auf dieser diversen Grundlage entspann sich schnell eine tiefgehende Diskussion mit dem Publikum. Dieses forderte die Referentinnen und Referenten mit Fragen über die vorangegangenen Themengebiete, meist mit eigener Erfahrung unterfüttert, heraus. So trafen zum Beispiel die Überlegungen zum Klimaschutz auf einen Gast, welcher über Jahre hinweg in der Kohleindustrie gearbeitet hat und einen viel stärkeren Fokus auf die finanzielle Absicherung seiner ehemaligen Kolleginnen und Kollegen hatte. Ein Vorschlag Michael Roths zu einer Art Senioren-Erasmusprogramm trafen auf einen Teilnehmer, der davon überzeugt war, dass doch Neukölln selbst vom Wissen und den Erfahrungen älterer Menschen profitieren kann, wenn es diese für ein Engagement gewinnen könne. Die europäische Vernetzung und der europäische Austausch auf der Ebene der Berufsschulen war ebenfalls ein wichtiges Thema, bei dem viel Einigkeit herrschte. Hier lohnt es sich die europäische Idee weiter voranzutreiben. Ebenso wurde die tiefergehende Integration der Europäischen Union im sicherheitspolitischen Rahmen erfragt, worauf Fritz Felgentreu seine Vision für eine europäische Armee präsentierte.

Nach der Podiumsdiskussion endete der Abend langsam mit einer Brezel auf der Hand und der Chance, letzte Ideen oder Fragen bei einem kurzen persönlichen Gespräch mit den Referentinnen und Referentin auszutauschen.“