Rede zum Einsatz von Minderjährigen als Soldatinnen und Soldaten

Am 4. März debattierten wir im Plenum des Bundestags über einen Antrag der Fraktion Die Linke zur Rekrutierung und zum Einsatz von Minderjährigen in bewaffneten Konflikten. Fest steht, dass wir uns gegen den Einsatz von Kindersoldaten weltweit einsetzen müssen. Der Missbrauch Minderjähriger als Krieger ist inakzeptabel. Kinder gehören in die Schule und nicht an die Front!

Im Antrag der Linken fand allerdings auch die Bundeswehr Erwähnung, da Minderjährige als Soldatinnen und Soldaten an der Waffe ausgebildet werden. Dies in einen Zusammenhang mit Kindersoldatinnen und Kindersoldaten zu stellen, halte ich für unangemessen. Schließlich dürfen Minderjährige in der Bundeswehr weder zum Wachdienst herangezogen werden noch an Auslandseinsätzen teilnehmen.

Dass die Bundeswehr mit anderen privatwirtschaftlichen und öffentlichen Arbeitgebern um motivierte Nachwuchskräfte konkurriert, ist kein Geheimnis. Auch junge Menschen haben ein Recht auf Berufsfreiheit. Diese jungen Männer und Frauen auf Abstand zu halten, scheint mir deshalb der falsche Weg. Hier könnte ein modularisierter, ziviler Vorbereitungsdienst bis zur Volljährigkeit eine gute Überbrückungslösung bieten. In dieser zentralisierten Vorbereitung könnten den Jugendlichen sinnvolle Bildungsinhalte vermittelt und ihre körperliche Fitness gestärkt werden. Erst als Volljährige sollen sie dann an der Waffe ausgebildet werden können.

Das Ziel der SPD-Fraktion ist und bleibt die Umsetzung von Straight18 in Deutschland.