Studierende in Corona-bedingter Not: Welche Hilfen gibt es?

Die Corona-Pandemie ist allgegenwärtig und stellt auch Studierende vor finanzielle Herausforderungen. Einige Studierende sind in eine akute Notlage geraten, weil ihre Nebenjobs, mit denen sie ihr Studium finanzieren, Corona-bedingt weggebrochen sind. Die SPD hat sich dafür eingesetzt, das BAföG für alle Studierenden in Not zeitweise zu öffnen. Aus unserer Sicht wäre das die beste Lösung gewesen. Dieser Vorschlag ist jedoch am Widerstand der Bildungsministerin gescheitert. Nichtsdestotrotz konnten wir uns nach zähen Verhandlungen auf folgende wichtige Hilfsmaßnahmen einigen:

1. Nothilfe-Fonds in Höhe von 100 Millionen Euro

Ab dem 16. Juni 2020 können Studierende Zuschüsse aus dem Corona-Nothilfe-Fonds beantragen. Studierende, die sich Corona-bedingt in einer akuten Notlage befinden, können für die Monate Juni, Juli und August jeweils zwischen 100 und 500 Euro erhalten. Diese Nothilfen müssen nicht zurückgezahlt werden. Der Antrag kann ganz einfach hier gestellt werden.

2. Zinsfreie KfW-Studienkredite

Studierende können von der KfW einen Kredit bis maximal 650 Euro im Monat erhalten. Der Studienkredit ist von Mai 2020 bis März 2021 zinsfrei und muss danach zum Zinssatz von rund 4,5 Prozent zurückgezahlt werden. Weitere Informationen sowie die Anträge sind auf der Interseite der KfW verfügbar.

3. Vereinfachte BAföG-Aktualisierungsanträge

Die Eltern mancher Studierender sind wegen der Corona-Pandemie ebenso in eine finanzielle Notlage geraten. Studierende, bei denen sich die Einkommensverhältnisse der Eltern verändert haben, können daher nun einen vereinfachten Aktualisierungsantrag beim BAföG-Amt stellen. So können sie schnell mehr BAföG bekommen. Hiervon profitieren auch Schülerinnen, Schüler und Studierende, die bisher noch kein BAföG bekommen haben und somit ihren ersten Antrag auf BAföG stellen.

4. Ausweitung der Förderzeiträume

Für Studierende mit BAföG-Bezug wurden die Voraussetzungen geschaffen, dass durch Corona-bedingte Verzögerungen keine Förderlücken entstehen und Förderzeiträume vorübergehend ausgeweitet werden. Aus Sicht der SPD wäre es noch besser gewesen, das Sommersemester 2020 nicht auf die Förderhöchstdauer im BAföG anzurechnen, da das Semester bereits jetzt genug organisatorische wie psychische Herausforderungen für die Studierenden schafft. Dieser Vorschlag wurde jedoch vom Bildungsministerium abgelehnt.

5. Anrechnungsfreie Hinzuverdienste aus systemrelevanten Berufen

Hinzuverdienste von Studierenden aus systemrelevanten Branchen und Berufen werden rückwirkend ab dem 1. März 2020 nicht auf das BAföG angerechnet. Damit wird ein Anreiz geschaffen für Studierende, sich gerade im Sozial- und Gesundheitsbereich in Zeiten der Corona-Pandemie zu engagieren.

Alle weiteren wichtigen Informationen zu den finanziellen Überbrückungshilfen hat das Bildungsministerium hier zusammengetragen.