Standorttour 2020

Auch in diesem Jahr habe ich die parlamentarische Sommerpause wieder genutzt, um verschiedenen Bundeswehr-Standorten in Deutschland einen Besuch abzustatten und vor Ort einen Eindruck davon zu bekommen, wie die Soldatinnen und Soldaten mit den besonderen Herausforderungen der COVID-19-Pandemie umgegangen sind bzw. noch umgehen.

Die erste Woche meiner Standorttour war ich vor allem in Bayern unterwegs. Zum Auftakt habe ich dort in Roth die Rekrutinnen und Rekruten des Luftwaffenausbildungsbataillons besucht. In der Ausbildungsunterstützung machte sich die „Corona-Lage“ natürlich bemerkbar. Schnellstmöglich mussten sich Kommandeur und Ausbildungspersonal ein Hygiene-Konzept für die allgemeine Grundausbildung überlegen. Gespräche mit Führungspersonal und den Vertrauenspersonen vor Ort haben mir aber gezeigt, dass auch unter diesen widrigen Bedingungen viel möglich gemacht wurde. Beim Taktischen Luftwaffengeschwader 74 in Neuburg an der Donau konnte ich den Aufstieg der sogenannten „Alarmrotte“ (Quick Reaction Alert) beobachten. In kürzester Zeit müssen die zwei Piloten in den Eurofighter-Kampfflugzeugen und dann in der Luft sein, um ein fliegendes Luftfahrzeug abfangen zu können. Diese Alarmierung wird in Neuburg tagtäglich geübt. Beim Versorgungsbataillon 4 in Roding und Cham habe ich dann erneut gesehen, wie kreativ die Soldatinnen und Soldaten mit den Herausforderungen der COVID-19-Pandemie umgegangen sind bzw. noch umgehen. In kürzester Zeit wurden vor Ort Nähmaschinen beschafft und innerhalb von 5 Wochen fast 6.500 Alltagsmasken genäht. So konnte der Verband die Ausbildung unter Einhaltung der Hygieneauflagen schnell wieder aufnehmen.

In der zweiten Woche ging es dann nach Hessen und Baden-Württemberg. Vom Kampfhubschrauberregiment 36 in Fritzlar über das Werk der Heeresinstandsetzungslogistik in Darmstadt über den Ausbildungsstützpunkt Kampfmittelabwehr in Stetten am kalten Markt bis hin zum Multinationalen Kommando Operative Führung (MN JHQ) und dem NATO-Unterstützungskommando (JSEC) in Ulm erwarteten mich zahlreiche interessante Gespräche mit Kommandeuren, Vertrauenspersonen, Personal- und Werksvertretern.

Da wir in der SPD-Bundestagsfraktion uns bereits 2018 gegen eine Privatisierung der  Heeresinstandsetzung ausgesprochen hatten, war es mir hierbei ein besonderes Anliegen, zu erfahren, wie sich die Lage im Darmstädter Werk seit der Entscheidung der Bundesverteidigungsministerin gegen den Verkauf der Werke entwickelt hat. Denn klar ist auch, dass die Beschäftigten vor Ort Planungssicherheit brauchen.

Vielen Dank an alle Soldatinnen und Soldaten sowie zivilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bundeswehr, die an der Organisation und an der reibungslosen Durchführung meiner Standortbesuche beteiligt waren.