Stolpersteine: Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus sichtbar halten

Kleine zehn mal zehn Zentimeter große Messingsteine erinnern an die Menschen, die im Dritten Reich von den Nationalsozialisten deportiert, ermordet oder ins Exil gebracht worden sind. Jeder Stein gedenkt an einen verstorbenen Menschen und wird an dem letzten Wohnort eingelassen. Auf jedem Stein ist der Name, das Geburtsdatum, das Datum der Deportation und, wenn bekannt, der Todestag eingraviert. Die Stolpersteine werden bündig in den Bürgersteig eingelassen. Hierdurch besteht keine tastsächliche Gefahr zu stolpern. Der Künstler Demnig möchte durch die Stolpersteine die Menschen zum Nachdenken und Erinnern anregen.

Aufgrund der Struktur verfärben sich die Steine jedoch mit der Zeit. Daher müssen sie von Freiwilligen regelmäßig gepflegt und gesäubert werden. Erst durch das Engagement von vielen Aktiven ist es überhaupt möglich, dass die Stolpersteine viele Jahre die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger auf sich ziehen. Gemeinsam mit dem Verein MORUS 14 aus Neukölln habe ich am 11.09.2020 Stolpersteine in Neukölln gereinigt.

Jeder Stolperstein erzählt die Geschichte eines Menschen, der unschuldig sterben musste. Die Stolpersteine von Fanny Lindemann (geb. Abrahamsohn) und ihrem Ehemann Siegried Lindemann wurden am 27.10.2010 in der Karl-Marx- Straße 69 verlegt. Das Ehepaar wurde am 17. März 1943 vom Güterbahnhof Moabit in das Ghettolager Theresienstadt deponiert. Herr Lindemann verstarb im April 1944 in dem Ghetto Theresienstadt. Seine Ehefrau verstarb am 30. Mai 1944 am gleichen Ort. An der Karl- Marx- Str. 56wohnte das Ehepaar Gertrud Mandel (geb. Wolff) und Max Mandel. Gemeinsam wurden sie in das Sammellager in der Synagoge Levetzowstraße gebracht und nach Minsk deportiert. Das Ehepaar verstarb dort.

Wie diesen Menschen erging es zu der damaligen Zeit leider sehr vielen. Durch die Reinigung der Stolpersteine erinnern wir uns an die vielen Opfer der NS-Zeit und führen uns vor Augen, dass so etwas nicht noch einmal passieren darf.