Standorttour 2021

Mit einer Tradition wollte ich auch in meiner letzten parlamentarischen Sommerpause als Bundestagsabgeordneter nicht brechen: Meine jährliche Standorttour.

Vom 9. bis 11. August habe ich die im Raum Ahrweiler (RLP) eingesetzten Havelberger Pioniere sowie Bundeswehrstandorte in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg besucht, um von den Soldatinnen und Soldaten vor Ort ein letztes Mal mehr über ihre dienstlichen Rahmenbedingungen und ihre aktuellen „Auftragsbücher“ zu erfahren.

Losgehen sollte es am 9. August eigentlich beim Panzerpionierbataillon 803 in Havelberg. Seit Ende Juli sind die Havelberger Pioniere aber vor allem im Rahmen der Amtshilfe im Hochwassergebiet an der Ahr eingesetzt. Sie räumen dort zusammen mit zivilen Hilfsorganisation und freiwilligen Helferinnen und Helfern die zahlreichen Trümmerteile aus dem Weg. Daher habe ich zusammen mit meinem Kollegen Joe Weingarten die im Raum Ahrweiler eingesetzten Teile des Verbands besucht, um mir ein Bild über den in dieser Notlage unentbehrlichen Einsatz der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr zu machen. Das Ausmaß der Zerstörung vor Ort ist schwer zu begreifen. Umso wichtiger war es, schnell schweres Gerät (u.a. Pionierpanzer „Dachs“ sowie Brückenlegepanzer „Biber“) zum Einsatz zu bringen. Alle Kommunalpolitiker, mit denen ich im Ahrtal gesprochen habe, brachten ihre Dankbarkeit gegenüber den Pionieren und den zivilen Hilfsorganisationen für ihre unermüdlichen Unterstützungsleistungen zum Ausdruck. Diesem Dank kann ich mich nur anschließen.

Am 10. August habe ich dem Panzergrenadierbataillon 401 und dem Versorgungsbataillon 142 – beide in Hagenow – einen Besuch abgestattet. Obwohl die beiden Verbände sehr unterschiedliche Aufträge innerhalb des Heeres erfüllen, gab es übergreifende Probleme und Anliegen: Angefangen bei der Materiallage der Großsysteme (bspw. Schützenpanzer „Marder“ oder LKW 15t „MULTI“) über Themen der Soldatenfürsorge und der Einhaltung/Umsetzung der Soldatenarbeitszeitverordnung (SAZV) bis hin zu den unerträglichen Entwicklungen in Afghanistan, seitdem die Bundeswehr von dort vollständig abgezogen ist. Auch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf Ausbildungs- und Übungsplanung der Truppe waren ein Thema, da wichtige Fachlehrgänge zum Teil verschoben oder auch ganz abgesagt worden sind.

Am 11. August folgte noch ein Besuch beim Kommando Heer und dem Aufstellungsstab des ABC-Abwehrregiments 1 in Strausberg. Letzteres befindet sich gerade erst im Aufbau. Daher war es umso interessanter mehr über die konkreten Pläne zur Aufstellung des Verbands sowie zur Sanierung der zum Teil baufälligen Barnim-Kaserne zu erfahren. Nicht nur auf den Baustellen wird dort fleißig gearbeitet, damit diese Bundeswehrliegenschaft in hoffentlich wenigen Jahren eine einsatzfähige ABC-Abwehrtruppe beherbergen kann.

Da meine eigene Arbeit im Verteidigungsausschuss des Deutschen Bundestages schon bald eine Ende finden wird, werde ich die gewonnenen Eindrücke, Informationen und Anregungen aus den Gesprächen mit den Soldatinnen und Soldaten auch an meine Kolleginnen und Kollegen in der AG Sicherheits- und Verteidigungspolitik meiner Fraktion weitergeben. Mein besonderer Dank gilt den jeweiligen Truppenführern vor Ort sowie allen Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr, die an der Vorbereitung und an der reibungslosen Durchführung meiner Standortbesuche in dieser Woche beteiligt waren. Darüber hinaus möchte ich mich auch für die Offenheit in den Gesprächen – gerade auch zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan – bedanken.

Mein Besuch beim Feldwebel-/ Unteroffizierbataillon 1 in Sondershausen konnte aufgrund des Bahnstreiks leider nicht wie geplant am 12. August stattfinden.